WBW WohnBauWirtschaft Fachinformationen für Techniker der Baugenossenschaften, Wohnungswirtschaft, Immobilienwirtschaft, Hausbau, Hausverwaltung, Bauunternehmen, Industrie und Handwerk
WBW WohnBauWirtschaft Fachinformationen für Techniker der Baugenossenschaften, Wohnungswirtschaft, Immobilienwirtschaft, Hausbau, Hausverwaltung, Bauunternehmen, Industrie und Handwerk

Gemeinsame Entwicklung innovativer technischer und gestalterischer Lösungen für die technisierte Fassade mit Auswirkungen auf das Stadtklima.

Die Gebäudehülle und insbesondere die Fassade gehören zu den Bauteilen, die vor dem Hintergrund des ressourceneffizienten Bauens das höchste Innovationspotenzial aufweisen. Zum zweiten Mal initiierte der Bundesverband Ausbau und Fassade (BAF) im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes das Projekt „Design trifft Funktion 2.0“.

Drei Hochschulen, zwei Meisterschulen und ein Berufsbildungszentrum entwickelten gemeinsam innovative technische und gestalterische Lösungen für die technisierte Fassade, die auch neue Funktionalitäten wie Staubbindung und Lärmreduktion als positiven Beitrag für das Stadtklima von Großstädten im Focus haben. Die drei auf der Messe FARBE, AUSBAU & FASSADE in Köln im März 2019 vorgestellten Projekte greifen Putzoberflächen als Schallschutz, die mit verschiedenen Pflanzen bestückte Fassade sowie Moos als Begrünungsvariante auf. Caparol begleitete das Projekt als Hauptsponsor mit technischem Know-how, notwendigen Materialien und finanziellen Mitteln.

„Unser gemeinsames Ziel war es, einen Anstoß zu geben, die intelligente Fassade unter qualitativen und designorientierten Gesichtspunkten weiter zu entwickeln“, so Stuckateurmeister Rainer König, Vorsitzender des Bundesverbandes Ausbau und Fassade. „Auch in der zweiten Runde bin ich fasziniert, was in diesem engen Zusammenspiel zwischen Hochschulen und Meisterschulen entstand. Diese Ideen geben unserem Stuckateurhandwerk neue Impulse und ermöglichen uns eine fundierte Weiterentwicklung entsprechend der heutigen Umweltbedingungen.“

Für den Geschäftsführer der CAPAROL Farben Lacke Bautenschutz GmbH, Dipl.-Ing. Guido Kuphal, hat die Fassade heute vielfältige Funktionen. „Sie ist längst mehr als die reine Gebäudehülle und hat heute weitere Funktionalitäten, nicht nur beim Aussehen, sondern auch im Hinblick auf die Stadtgesundheit. So sind wir sehr erfreut, was für neuartige Ideen im Zusammenspiel von Hoch- und Meisterschulen entstanden sind. Daher haben wir das Projekt auch im Jahr 2019 sehr gerne fachlich und finanziell unterstützt!“

 

Die entwickelten Ideen:

Hochschule Darmstadt in Kooperation mit der Bundesfachschule für Stuckateure Heilbronn

Die traditionellen und innovativen Verarbeitungstechniken von Putz wurden untersucht. Neben dem gestalterischen Potential von Putz als Material lag ein Schwerpunkt auf der Suche nach den Möglichkeiten, Putzoberflächen zur Verbesserung der akustischen Qualität von Stadträumen einzusetzen, denn Strukturen, Texturen, Körnigkeiten und Hinterfüllungen der Oberfläche beeinflussen den Schall. Sie steuern schallrelevante Absorptions- und Diffusionsprozesse.

HFT Stuttgart in Kooperation mit dem Bildungszentrum für Ausbau und Fassade Leonberg

Im Mittelpunkt stand die begrünte bzw. belebte Fassade mit zukünftigen Ausgestaltungsmöglichkeit. Diese sollen das gestalterische und ökologische Potential von Putzfassaden in Alternative zum bisherig vorherrschenden Dogma der hygienisch reinen, dauerhaften und nicht Patina bildenden Putzfassade ausloten. Es wurden vier Putz-Zukunftsthemen mit der dreidimensional modulierten WDVS-Fassade ins Spiel gebracht: die flächig begrünte Fassade (Moos), die teilweise begrünte Fassade mit Pflanzkübeln, die teilweise begrünte Fassade mit Berankung (Efeu) und Putzmuster mit Inhaltsstoffen (Holz- und Metallspänne, Algen und Flechten).

Hochschule Bochum in Kooperation mit den Bildungszentren des Baugewerbes e. V. (BZB)

Die Begrünung durch „Moos“ ist immer mehr auch in den Fokus großflächiger Anwendungen im öffentlichen Bereich gerückt. Allerdings ist diese Begrünungsvariante noch immer in der Erprobungsphase. In diesem Projekt ging es um flächige Verwendung von frischem Moos, das nahezu auf jeder Oberfläche wächst. Ausgehend von der Idee eines Waldspazierganges wurde ein “spiralförmiger Durchgang“ entwickelt. Die Innenflächen wurden mit Moos belegt.

Quelle: ZDB https://www.zdb.de

Demonstrationsgebäude (Foto: Marcel Neberich)

Multifunktionale Fassadenelemente entwickeln.

 

Die Fassade übernimmt als Abschluss der Gebäudehülle zahlreiche Funktionen. Diese sollen in einem System intelligent verknüpft werden, um kostengünstige, multifunktionale Fassadensysteme einsetzen zu können. Dazu entwickeln Wissenschaftler ein Fassadenelement mit integrierter organischer Photovoltaik, textilem Sonnenschutz, einem nachhaltigen Dämmstoff und notwendiger Sensorik für die Steuerung. Anschließend ist geplant, die Elemente an der Südfassade eines mehrgeschossigen Wohngebäudes zu testen.

 

Die Gebäudehülle kann, neben den Anforderungen an den Wärme- und Feuchteschutz, weitere Funktionen übernehmen und Photovoltaikmodulen, Sonnenschutzeinrichtungen und Lüftungssystemen Platz bieten. Die verschiedenen passiven und aktiven Bauelemente stehen derzeit noch für sich. Es fehlt bisher eine intelligente Verknüpfung der Funktionen.

 

Hier setzt das Forschungsprojekt an. Entwickelt wird ein Fassadenelement, das sich für den Einsatz an Fassaden von Mehrfamilienhäusern eignet und organische Photovoltaik (O-PV), regelbaren Sonnenschutz sowie die notwendige Sensorik für eine intelligente Steuerung integriert. Geplant ist die Einbindung in ein intelligentes Regelungskonzept, um die Energieeffizienz des Gebäudes und den Nutzerkomfort zu steigern. Ein hoher Vorfertigungsgrad und die modulare Bauweise des Fassadenelements sollen einen wirtschaftlichen Einsatz in mehrgeschossigen Wohngebäuden ermöglichen.

 

Modulares multifunktionales Fassadenelement

Die Entwicklung eines modularen, vorgefertigten Fassadenelements soll dazu beitragen, die Energieeffizienz von Gebäuden unter wirtschaftlichen Aspekten deutlich zu steigern.

 

Zur aktiven Nutzung der Sonnenenergie planen die Wissenschaftler, organische Photovoltaik (O-PV) zu integrieren. Hierbei handelt es sich um flexible, gedruckte Dünnschichtmodule, die als (semi-)transparente Elemente ausgeführt werden können. Diese kommen sowohl in transparenten als auch in opaken Bauteilen des Fassadenelements zum Einsatz. Die O-PV-Module gibt es in verschiedenen Farben und mit variabler Transparenz und sie sind in ihrer Größe nicht auf ein bestimmtes Maß beschränkt. Im Unterschied zu Standard-PV-Modulen können sie somit optisch ansprechend in die Fassade integriert werden. Als Grundgerüst dient ein Standardfassadensystem. Wie bei einem Baukasten werden verschiedene, aktive und passive, (semi-)transparente Einzelmodule entwickelt, die sich miteinander kombinieren lassen.

 

Ein regelbarer, selektiv beschichteter Sonnenschutz soll im Sommer die solare Einstrahlung reduzieren und gleichzeitig einen hohen Tageslichteinfall ermöglichen. Ein Sensor misst die solare Einstrahlung. Die erforderliche Wärmedämmung der Fassade soll ein Dämmstoff aus nachwachsenden Rohstoffen gewähren, der im Rahmen des Projekts entwickelt wird. Geplant ist eine Naturfasermatte oder ein Hybridmaterial auf Basis von Naturfasern in Kombination mit einem Naturharz.

 

Nach einer zweijährigen Entwicklungs- und Planungsphase sollen die modularen Fassadenelemente an einem Demonstrationsgebäude installiert und im Rahmen eines Monitorings untersucht und bewertet werden.

Die Förderinitiative Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt

 

Gefördert wird das Projekt im Rahmen der Förderinitiative Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Im Modul 1 „Solares Bauen“ stehen Projekte zu den Themen energieeffiziente Gebäude und Gebäudeensembles im Fokus. Das vorgestellte Projekt fokussiert auf die Kopplung eines Energiemanagements mit intelligenten Betriebsführungsstrategien, um die Energieflüsse im Gebäude zu optimieren sowie die Integration des Gebäudes in Smart-District-Konzepte zu ermöglichen.

 

Eine ausführliche Darstellung dieses Forschungsverbunds finden Sie auf dem Portal der Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN. https://projektinfos.energiewendebauen.de/projekt/multifunktionales-fassadenelement-fuer-den-geschosswohnungsbau/

Quelle: BINE INFORMATIONSDIENST(mm)

Farbgestaltung Altbau (Foto: CD-Color)

Farbtonbeständigkeit an der Fassade.

Wer die Fassade seines Hauses farbig neugestaltet hat, möchte sich möglichst lange daran erfreuen. Die Silicon-Hybrid-Fassadenfarbe Lucite® SilicoTec ist deshalb ab sofort über die Mischtechnik „MixPlus“ in über 100.000 Farbtönen der höchsten Beständigkeitsklasse A1 gem. BFS-Merkblatt Nr. 26 darstellbar. Extrem licht- und wetterbeständige anorganische Pigmente und der hohe Anteil an hochwertigen Bindemitteln machen die Funktionsfarbe der CD-Color GmbH & Co. KG, Herdecke, zu einem besonders leistungsfähigen Langzeitschutz für die Fassade. Alterungsbedingte Farbveränderungen werden reduziert und die Sanierungsintervalle deutlich verlängert.

 

252 Farbtöne aus den A1-Farbrezepturen wurden für den neuen Farbtonfächer „Lucite® Design A1“ ausgewählt - als Grundlage für eine stilsichere und facettenreiche Gestaltung moderner Architektur, historischer Fassaden und gewerblicher Objekte. Zur Auswahl stehen dabei acht Weiß-Nuancen als Gestaltungsbasis und 17 kräftige Farbfamilien, die ergänzend auch in dezenten, leicht ergrauten Farbabstufungen dargestellt werden können. Hinzu kommen acht warme Natur-Farbtonreihen mit Abstufungen und fünf Kollektionen mit Grautönen in unterschiedlichen Farbnuancen - von Hellgrau bis Tiefschwarz.

 

Hightech für die Fassade.

Die Silicon-Hybrid-Fassadenfarbe vereint die Vorteile bewährter Reinacrylat-Dispersionen mit denen klassischer Silikatfarben. Die Beschichtung ist hoch wasserdampfdurchlässig nach DIN EN 1062, dabei aber extrem wasser- und wetterbeständig. Sie bietet so einen sicheren Schutz gegen Feuchte und Verschmutzungen, vor allem an Wetterseiten. Das Material hat eine hohe Deckkraft, ist damit sehr ergiebig und dabei doch leicht zu verarbeiten. Aufgrund spezieller Bindemittel- und Füllstoffkombinationen ist der Anstrich spannungsarm und nicht thermo-plastisch und zeigt deshalb nur eine geringe Verschmutzungsneigung. Das Material ist zudem fungizid und algizid ausgerüstet und bietet der Fassade optimalen Schutz gegen Moos- und Algenbewuchs. Lucite® SilicoTec eignet sich für alle mineralischen Untergründe, tragfähige Fassadenfarben und Strukturputze und kann auch als Neu- und Renovierungsbeschichtung auf WDV-Systemen eingesetzt werden. Seine kalkfarbenähnliche Optik und die edle matte Anmutung empfehlen es besonders für den Einsatz auf denkmalgeschützten Objekten oder auf kalkrechen Putzen.

Quelle: Dagmar Riefer

Sie haben einen Adblocker installiert. Diese Web App kann nur mit einem deaktivierten Adblocker korrekt angezeigt und konfiguriert werden.